KontaktImpressum/DatenschutzAGB
anknuepfen

Christian Butt u.a., Einfach mal machen

Christian Butt, Olaf Trenn (Hg.), Einfach mal machen. Außergewöhnliche Ideen für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, 190 S., 22,00 Euro

„Einfach mal machen“ enthält ein Potpourri aus 22 verschiedenen Ideen für die Konfi-Arbeit. Was oft beiläufig gesagt wird, ist hier Programm. In diesem schmalen Büchlein leitet kein didaktisches Konzept, sondern die Haltung, „außergewöhnliche Ideen“ auszuprobieren. So bunt die Ideen, so bunt ist auch die Autorenschaft. Neben Burkhardt Nolte („Konfis auf Gottsuche“ und „Holk“) kenne ich als Süddeutscher noch Dieter Niermann („Spaß an Konfirmandenarbeit“), der sogar zwei Beiträge beisteuert. Toll finde ich, dass junge Kolleginnen und Kollegen – nämlich drei Vikarinnen und Vikare– zum Zuge kommen.

Das Buch gliedert sich nach Arbeitsaufwänden: Sieben Ideen stehen am Anfang des Buches, die „einfach“ auszuprobieren seien, gefolgt von fünf Projekten und drei Exkursionen, die man „mal“ machen könne – also einmal als Highlight in einem Konfi-Jahr. Die hinteren sieben Ideen sind (oft Bau-)Projekte und benötigen eigene Überzeugung und dazu noch Überzeugungskraft, da man noch andere Beteiligte außerhalb der Konfi-Arbeit mit in die Umsetzung integrieren muss. Diese muss man schon „machen“ wollen (vgl. S. 12).

Um einen inhaltlichen Überblick über die Ideen zu bekommen, fehlt leider ein Register mit Schlagwörtern oder pädagogischen Stichwörtern. Auch fassen die ersten Abschnitte der Beiträge nicht immer die Ideen zusammen. So ist man oft gezwungen, die ganzen Beiträge zu lesen, um eine konkrete Vorstellung von der Umsetzung zu erhalten.

Will man die Beiträge, die auch unterschiedlich lang (von 3 bis 14 Seiten) ausgefallen sind, didaktisch einordnen, finden sich im Buch schwerpunktmäßig liturgisch-pädagogische, kirchraumpädagogische und erlebnispädagogische Ideen.

Einige Beiträge sind in ihrer Ausgestaltung so vielseitig, dass sie mehrere pädagogische Dimensionen in sich aufnehmen. Vor allem der Beitrag von Bertram Schirr (Nr. 22: „Church-Room-Escape – Konfirmand*innen bespielen den Kirchraum neu“) kann als bibeldidaktische, kirchraum- und erlebnispädagogische Idee gesehen werden. Das ist grandios! Daneben stechen auch der digitale Zugang von Theresa Brückner und die Bauprojekt-orientierten Beiträge heraus (von Dieter Niermann Nr. 16: „Alles beginnt mit der Sehnsucht – eine WG auf Zeit und ihre Folgen“ und „17: Vom Adeln der Notwendigkeiten – Konfirmand*innen verlegen einen Weg“; von Thomas Thieme Nr. 18: „Den Nagel auf den Kopf getroffen – Konfirmand*innen schmieden einen Lebensbaum“; von Franziskus Jaumann Nr.  19: „Das Kirchbuch – Konfirmand*innen bauen eine Bibliothek von A bis Z“). Vor allem bei den Bauprojekten tritt die Begeisterung der Autorinnen/Autoren über ihre Ideen deutlich zutage und ich bekomme beim Lesen große Lust, ein eigenes Bauprojekt mit meinen Konfis zu verwirklichen.

Ich wünschte, diese Publikationsidee wäre der Start einer Reihe zu „Einfach mal machen“, denn das Lesen der Ideen bewirkt eine innere Haltung, sich selbst von seinen eigenen Ideen überraschen zu lassen. Und das begeistert alle Beteiligten.

Dietmar Winter

KontaktImpressum/DatenschutzAGB