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Henrik Simojoki u.a., Zukunftsfähige Konfirmandenarbeit

Henrik Simojoki, Wolfgang Ilg, Thomas Schlag, Friedrich Schweitzer, Zukunftsfähige Konfirmandenarbeit. Empirische Erträge – theologische Orientierungen – Perspektiven für die Praxis, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2018, 232 S., 39,99 Euro

Band 12 der Reihe „Konfirmandenarbeit gestalten und erforschen“ zu den bundesweiten Konfi-Studien zieht eine Bilanz aus der zehnjährigen empirischen Forschung zur Konfi-Arbeit. Der Untertitel deutet an, dass Erkenntnisse der Studien zusammengefasst und die empirischen Erträge eingeordnet und theologisch gedeutet werden. Wer die bisherigen Ergebnisse und Zahlen der Studien kennt, erfährt daher diesbezüglich nicht unbedingt viel Neues. Er erfährt aber, wie die vier Autoren-Professoren der Religionspädagogik und Praktischen Theologie diese Ergebnisse verstehen und – daran angeschlossen – welche Wege sie anzubahnen raten. Und das ist sehr lesenswert für all diejenigen, die sich intensiv mit der Konfi-Arbeit an verantwortlicher Stelle beschäftigen. Wer also bisher die Lektüre eines der Bände dieser Reihe aufgrund der vielen Aufgaben im Pfarrer/-innen- und Diakon/-innen-Alltag scheute, dem sei dieser zwölfte – mit 232 Seiten auch schmalste – Band sehr empfohlen.

Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert. Die Schreibe der Autoren ist wissenschaftlich, aber dabei gut lesbar, denn es gibt z. B. keine Fußnoten. Auf weitere Literatur wird direkt an der Textstelle mit einer Klammer verwiesen. Jedes Kapitel hat mehrere Unterpunkte und schließt mit „abschließenden Thesen“ und „aufschließenden Fragen“. Man ist also nie gezwungen, einen längeren Textabschnitt am Stück zu lesen. Am Ende des Buches sind die Thesen der zwölf Kapitel noch einmal zusammengefasst, damit in Gremien mit ihnen gearbeitet werden kann.

Für eine vor allem wissenschaftlich interessierte Leserschaft dürfte Kapitel 2 sehr lesenswert sein, wo das Zusammenspiel von Empirie, Theologie und Pädagogik reflektiert wird. Für Praktiker/-innen in der Konfi-Arbeit ist wohl die Betrachtung der Konfi-Arbeit als ein im Spannungsgefüge von Individuum, Kirche und Gesellschaft stehendes Handlungsfeld (Kapitel 3) sehr aufschlussreich: Konfi-Arbeit leistet eine Integration unterschiedlicher Erwartungen. Dieser Gedanke zeigt sich auch analog in Kapitel 4 in Bezug auf die Konfis: Sie sind mit unterschiedlichen Motiven und Erwartungen bei der Konfi-Arbeit dabei, welche sich eben nicht gegenseitig ausschließen, sondern die „Hand in Hand“ (S. 73) gehen. Teamer/-innen werden in Kapitel 7 auffallend wortstark als „Schlüsselfaktor zukunftsfähiger Konfirmandenarbeit“ praktisch-theologisch gewürdigt. Kapitel 8 wirft den Blick auf die Pfarrer/-innen, deren Anteil für zukunftsfähige Konfi-Arbeit vor allem im veränderten Rollenverständnis „vom Einzelkämpfer zum Mitarbeiter im Team“ (S. 140) gesehen wird. Kapitel 9 widmet sich dem Gottesdienst und dem Konfi-Camp als neue „Mitte der Gemeinde“. Gerade die „Anregungen für die Neujustierung von Gottesdienst und anderen geistlichen Formaten“ (S. 151–152) führen zu neuen weitreichenden Gedanken für den Umgang mit dem „neuralgischen Punkt“ Gottesdienst und sind zugleich ein Plädoyer für die Intensivierung der Arbeit an Konfi-Camps. Anregend ist ebenso der internationale und ökumenische Weitblick (Kapitel 11). Dahingehend hält der Buchtitel, was er verspricht: Hier wird sehr konkret und überzeugend die Zukunft der Konfi-Arbeit angedacht. Das Buch möge daher in viele Hände von Verantwortlichen in der Konfi-Arbeit gelangen.

Dietmar Winter

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