KontaktImpressum/DatenschutzAGB
anknuepfen

Thomas Ebinger, Handbuch Konfi-Arbeit

Thomas Ebinger, Thomas Böhme, Matthias Hempel, Herbert Kolb, Achim Plagentz (Hg.), Handbuch Konfi-Arbeit, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2018, 512 S., 29,99 Euro

Mit dem „Handbuch Konfi-Arbeit“ ist nun nach den beiden Vorgängerhandbüchern von 1984 und 1998 die dritte komplett überarbeitete und auf den neusten Stand gebrachte Fassung dieses Nachschlagewerks zur Konfirmandenarbeit entstanden. In insgesamt 48 Artikeln werden alle nur erdenklichen Aspekte der zeitgenössischen Konfirmandenarbeit beleuchtet. Jeder Artikel umfasst im Schnitt etwa acht bis zehn Seiten und ermöglicht dadurch einen ersten grundlegenden Zugang zu den jeweiligen Themen. Die einzelnen Artikel werden zu Beginn kurz inhaltlich skizziert, um dem Leser eine erste kurze Orientierung zu ermöglichen. Am Schluss eines jeden Artikels findet sich noch ein Verweis auf weiterführende und vertiefende Literatur zum behandelten Thema.

Die einzelnen Artikel sind neun Rubriken zugeordnet, wobei es neben klassisch anmutenden Punkten wie „Jugendliche im Konfi-Alter“, „Verantwortliche und Mitwirkende“, „Didaktik und Methodik“, „Ausgewählte Themen, Inhalte und Gestaltungsaufgaben“, „Konzeptentwicklung und Organisationsmodelle“ nun auch die Rubriken „Ausgangspunkte“, „Hintergründe“, „Kontexte“ und „Provokationen“ gibt. Diese Rubriken zeigen das Bemühen, die Konfirmandenarbeit heute auch unter den Herausforderungen der Zeit neu zu denken und weiterzuentwickeln. Dabei kommen dem gesamten Werk die Ergebnisse der bundesweiten Studien zur Konfirmandenarbeit zugute, die in vielen Artikeln aufgegriffen werden.

Insgesamt ist das „Handbuch Konfi-Arbeit“ als Nachschlagewerk, Orientierungshilfe und Erstinformation für die in der Konfirmandenarbeit tätigen Hauptamtlichen gedacht. Gerade wenn es darum geht, einen zeitgemäßen, auf neuesten Erkenntnissen aufbauenden Konfirmandenunterricht zu konzipieren, bietet dieses Werk eine unverzichtbarere Hilfestellung. Kirchliche und gesellschaftliche Veränderungen werden wahrgenommen und in die Überlegungen einbezogen. Einzelne Artikel eignen sich auch für die Behandlung in Ältestenkreisen oder mit ehrenamtlich Mitwirkenden in der Konfirmandenarbeit. Gerade wenn man die Arbeit vor Ort im Team weiterentwickeln will, bieten viele Artikel eine gute Gesprächsgrundlage, auf der man aufbauen kann. Dass dieses Werk auch bei der Ausbildung zukünftiger Pfarrerinnen und Pfarrer und Diakoninnen und Diakone eine Rolle spielen wird, ist wünschens- und empfehlenswert.

Die Kurzvorstellung der einzelnen Autoren am Ende des Buches ermöglicht eine Einordnung der Artikel in den jeweiligen Kontext, in dem sie entstanden sind.

Das Handbuch ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Comenius-Instituts und der in der „ALPIKA-AG Konfirmandenarbeit“ verantwortlichen Referentinnen und Referenten der pädagogischen Institute aller Landeskirchen. Dies gewährleistet die fachliche Qualität und Fundiertheit der Artikel, bedingt aber bisweilen auch den etwas akademisch gehaltenen Ton einzelner Beiträge. 

Beim Lesen der Artikel wird aber auch ein Problem deutlich, das viele Hauptamtliche und Verantwortliche in der Konfirmandenarbeit aus der Praxis kennen: Die einzelnen Aspekte der Konfirmandenarbeit unterliegen einer zunehmenden Ausdifferenzierung und Bedeutungsaufladung. Seien es Themen wie Inklusion, Musik und Singen in der Konfi-Arbeit oder neue Medien in der Praxis, um nur einige wenige herauszugreifen: Jeden Aspekt kann man beliebig vertiefen und ausbauen, was in der Praxis eines Pfarramtes schnell zu einer zeitlichen und organisatorischen Überforderung führen kann. Deswegen empfiehlt sich ein gelassener Umgang mit den einzelnen Themen, die vor allem zum Nachdenken und zu neuen Zugängen innerhalb der Konfirmandenarbeit anregen können.

Julian Albrecht

KontaktImpressum/DatenschutzAGB