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Wolfgang Ilg u.a., Jung - Evangelisch - Engagiert

Wolfgang Ilg, Michael Pohlers, Aitana Gräbs Santiago, Friedrich Schweitzer, Jung – Evangelisch – Engagiert. Langzeiteffekte der Konfirmandenarbeit und Übergänge in ehrenamtliches Engagement. Empirische Studien im biografischen Horizont, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2018, 320 Seiten, 44,99 Euro

Mit dem Buch „Jung – Evangelisch – Engagiert“ wird die Reihe der empirischen Untersuchungen zur Konfirmandenarbeit fortgesetzt (Band 11). Unter der Fragestellung der Langzeitwirkung von Konfirmandenarbeit werden die Ergebnisse dreier empirischer Untersuchungen vorgestellt. Im Einzelnen sind dies: „Die Repräsentativstudie: Wie junge Erwachsene Zugang zum Ehrenamt finden“, „Die qualitative Studie: Langzeiteffekte der Konfirmandenarbeit“ und „Die Längsschnittstudie: Eine Befragung Jugendlicher vier Jahre nach der Konfirmation“. In einem vierten Abschnitt werden die drei Studien zusammenfassend interpretiert.

Dieses Buch bietet zunächst einmal einen interessanten Einblick in die Durchführung und Auswertung empirischer Untersuchungen im Bereich der Konfirmandenarbeit. Die genaue Beschreibung des Forschungssetting ermöglicht dem Leser eine gute Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse und der sich daraus ergebenden Rückschlüsse. Allerdings erschwert der wissenschaftliche und bisweilen etwas trockene Schreibstil, angereichert mit zahlreichen Tabellen und Diagrammen, bisweilen die flüssige Lesbarkeit des Buches.

Dieses Buch ist vor allem für Personen geeignet, die neben einem grundsätzlichen Interesse an der Nachhaltigkeit von Konfirmandenarbeit vor allem durch konzeptionelle und pastoraltheologische Überlegungen zu diesem Arbeitsfeld angeleitet werden. Verantwortungsträgern in kirchenleitenden Funktionen sowie im Bereich der Religionspädagogik sei dieses Buch dringend empfohlen, da die Ergebnisse wichtige Aufschlüsse zum Thema Kirchenbindung und Langzweitwirkungen der Konfirmandenarbeit bieten. Die Ergebnisse sollten deshalb auch bei der Ausbildung des Nachwuchses im Pfarramt berücksichtigt werden. Gerade auch für Pfarrerinnen und Pfarrer, die einen Weg suchen, Jugendliche nach der Konfirmation für ein Ehrenamt in der Gemeinde zu gewinnen und so den Gemeindeaufbau voranzutreiben, ist dieses Buch hilfreich, da hier erstmals dem subjektiven Empfinden belastbare empirische Ergebnisse gegenübergestellt und so neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet werden.

Durch die drei Studien wird jungen Menschen eine Stimme gegeben, deren Stimme man in der Kirche nach der Konfirmation häufig vermisst. Gerade durch die zweite, qualitative Studie wird gezeigt, dass das Fernbleiben vom Gottesdienst nach der Konfirmation als Gradmesser für die Kirchenbindung allein nicht ausreicht. Durch die differenzierten Fragestellungen in den Fragebögen und Interviews werden die Vielschichtigkeit der Konfirmandenarbeit und deren Langzeitwirkungen deutlich. Die Ergebnisse sind je nach Aspekt ermutigend bis ernüchternd. Wichtig ist aber, dass diese Ergebnisse hilfreich dabei sind, ein realistischeres Bild von der Realität junger Menschen in der Kirche zu bekommen, um die Konfirmandenarbeit der eigenen Gemeinde dementsprechend konzeptionell weiterzuentwickeln.

Die abgedruckten Fragebögen und Interviewfragen am Ende des Buches sind eine gute Anregung, um mit jungen Erwachsenen aus der eigenen Gemeinde über die Konfirmandenzeit und ehrenamtliches Engagement ins Gespräch zu kommen.

Julian Albrecht

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